Ambulante-Assistenz

Der Träger sozial-therapeutische-projekte e.V. bietet einen Fachdienst „Ambulante Assistenz, Fachdienst für Selbstbestimmtes Leben“ für erwachsene Menschen mit psychischer, geistiger, mehrfacher Behinderung und Suchterkrankung in der Gemeinde Morbach und Umgebung. Es handelt sich um eine aufsuchende Assistenz und Begleitung im Rahmen der ambulanten Eingliederungshilfe, die sich auf ein breites Spektrum an Assistenz für ein selbstbestimmtes Leben beziehen und der Inklusion (Teilhabe in der Gesellschaft) dienen.

Ziele und Grundsätze der Ambulanten Assistenz
Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen das Selbstbestimmungsrecht jedes und jeder Einzelnen und deren Teilhabe in den Lebensbereichen, die ihnen wichtig sind. Die Mitarbeitenden orientieren sich in der täglichen Arbeit mit den Menschen an den Grundsätzen der UN- Behindertenrechtskonvention.

Dies heißt für uns:

  • Respekt vor der angeborenen Würde, individuelle Autonomie und Unabhängigkeit aller Personen,
  • Nichtdiskriminierung,
  • Vollständige und effektive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
  • Respekt vor Unterschiedlichkeit und Akzeptanz von Menschen mit Behinderungen als Teil der Menschheit
  • Chancengleichheit
  • Zugänglichkeit – Barrierefreiheit
  • Rechtliche Gleichheit von Männern und Frauen 

Für wen ist das Angebot geeignet?

Das Angebot richtet sich an erwachsene Menschen mit einer körperlichen, geistigen,  psychischen (einschließlich solchen in Folge einer Suchterkrankung)  oder mehrfachen Behinderung im Sinne von § 2 (1) SGB IX in Vbg. mit  § 53 Sozialgesetzbuch XII. Die Angebote des Fachdienstes können auch von Selbstzahler-Innen wahrgenommen werden.

Der Ambulante Fachdienst leistet ambulante Eingliederungshilfe gemäß § 13 (1) SGB XII für erwachsene Personen mit einer wesentlichen Behinderung oder die von einer solchen bedroht sind, die zu ihrer gesellschaftlichen Teilhabe insbesondere der Assistenz und Unterstützung.

  • in der Begegnung und im Umgang mit nicht-behinderten Menschen,
  • zum Besuch von Veranstaltungen oder Einrichtungen, die der Geselligkeit, der Unterhaltung oder kulturellen Zwecken dienen,
  • zum selbstbestimmten Leben in der eigenen Wohnung bedürfen.

Aufnahmekriterien: 
Das wichtigste Aufnahmekriterium ist die Motivation der Klienten und Klientinnen, sich auf den ambulanten Fachdienst und sein Konzept einlassen zu können. Es sollten minimale Grundfertigkeiten bezüglich der Selbstversorgung im lebenspraktischen Bereich sowie im Bereich der Sucht ein Abstinenzwille vorhanden sein. Klienten und Klientinnen mit forensischem Hintergrund können nach Prüfung im Einzelfall betreut werden.

Folgender Personenkreis kann nicht vom Fachdienst betreut werden:

  • mit Suizidalität
  • die nicht bereit oder fähig sind, getroffene Vereinbarungen einzuhalten

Ziele und Inhalte:
Die ambulanten  Assistenzleistungen geben Menschen mit einer Behinderung die Möglichkeit, ihr Leben nach ihren eigenen Zielen und Bedürfnissen zu gestalten. Persönliche Assistenz umfasst alle Bereiche des täglichen Lebens, in denen Menschen auf Grund ihrer Behinderung Hilfe und Unterstützung benötigen. Sie werden im Auftrag des Klienten und der Klientin auf der Grundlage einer zivilrechtlichen Vereinbarung zwischen dem Ambulanten Assistenzdienst der stp e.V. und den Klienten und Klientinnen erbracht. 

Die Assistenzleistungen werden sowohl von Fachkräften als auch von alltagsbegleitenden Hilfskräften durchgeführt.

Die Dauer und Intensität der Leistungen sind einzelfallbezogen und orientieren sich an dem individuell vorhandenen Unterstützungsbedarf der betreuten Personen unter Berücksichtigung einer selbstbestimmten Lebensführung.  Das ambulante Wohnen wird als aufsuchende Hilfe in Einzelbetreuung in dem persönlichen Wohnumfeld des Leistungsberechtigten erbracht.

Sind die Klienten und Klientinnen gegenüber der Eingliederungshilfe leistungsberechtigt, ergeben sich die konkreten Eingliederungsziele und Maßnahmen aus dem Individuellen Teilhabeplan, der von oder im Auftrag der Leistungsträger erstellt wird.  

Leistungselemente im direkten Bereich:
Die ambulante Assistenzleistung zum selbstbestimmten Leben richtet sich nach den mit dem Klienten oder der Klientin getroffenen zivilrechtlichen Vereinbarungen unter Beachtung der  im Individuellen Teilhabeplan festgelegten Bedarfe.  Die Leistungen umfassen insbesondere:

  • Assistenz bei der individuellen Basisversorgung, insbesondere im Zusammenhang mit Selbstversorgung und persönlicher Hygiene
  • Assistenz bei der alltäglichen Lebensführung, insbesondere im Zusammenhang mit Haushaltsführung und Umgang mit Geld
  • Assistenz zur emotionalen und psychischen Entwicklung einschließlich Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung
  • Assistenz zur Kommunikation und Orientierung, insbesondere in dem Zusammenleben mit eventuellen Mitbewohnern und Nachbarn
  • Assistenz zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Konkret ergeben sich hieraus direkte Leistungen zur Beratung, Motivation, Anleitung, Betreuung, individuelle Trainingsmaßnahmen und Förderung des Menschen mit einer Behinderung in seinen verschiedenen Lebensbereichen. Dies sind im Lebensbereich:

Wohnen
Assistenz bei der Wohnungssuche, Unterstützung bei der Regelung des Mietverhältnisses, bei der Gestaltung der Wohnung, bei der Orientierung im Wohnumfeld, Unterstützung bei der Pflege der Wohnung und bei häuslichen und alltäglichen Pflichten.

Versorgung und Ernährung
Assistenz beim Einkauf von Kleidung, beim Einkauf und der Zubereitung von Speisen. Unterstützung zu einer angemessenen und ausgewogenen Ernährung, beim Einkauf von Gegenständen des persönlichen Bedarfs und Haushaltsbedarfs.

Gesundheit
Assistenz bei Gesundheitserhaltung/Förderung, bei der Beschaffung von Hilfsmitteln und bei Aufsuchen von Arztterminen.

Der Fachdienst Ambulante Assistenz übernimmt Leistungen der Grundpflege gemäß § 61 ff. SGB XII bzw. XI, soweit dies von den Klienten und Klientinnen gewünscht und mit ihnen vereinbart wurde. 
Sofern die Klienten oder Klientinnen Leistungen nach dem SGB V (Behandlungspflege) und XI (Grundpflege) in Anspruch nehmen, erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Pflegediensten, die vom Klienten oder der Klientin beauftragt wurden. Um die ganzheitliche Betreuung zu gewährleisten, sollten in regelmäßigen Abständen Meetings zwecks fachlichem  Austausch mit den Pflegediensten stattfinden.

Beschäftigung
Assistenz bei der Suche nach einer angemessenen Beschäftigung. Unterstützung bei beschäftigungsbedingten Problemen. Kooperation mit den Sozialdiensten der Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Des Weiteren sollen Klienten und Klientinnen die Möglichkeit bekommen, ihren Fähigkeiten und Wünschen angepassten Tätigkeiten nachzugehen. So könnte z.B. eine Kooperation mit der Gemeinde oder mit ortsansässigen Firmen angestrebt werden.

Freizeitgestaltung
Assistenz bei der Freizeitgestaltung und beim Besuch von Veranstaltungen, Teilnahme an Fahrten usw., bei der Verwirklichung von Hobbys und Interessen, Unterstützung bei der Teilnahme an Freizeitclubs, Kirchengemeindegruppen, Sportvereinen.

Alltagskompetenzen
Assistenz bei der Strukturierung und Gestaltung des Alltags, zur Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs und zum Verhalten im Straßenverkehr.

Soziales und finanzielle Kompetenzen
Assistenz bei Antragstellungen, Schriftverkehr und Behördengängen, beim Umgang mit Geld und bei Finanz- und Geldangelegenheiten, soweit dies nicht in den Aufgabenbereich einer bestellten rechtlichen Betreuung gehört.

Psychosoziale Kompetenzen
Assistenz bei der Bewältigung von persönlichen Krisen, bei der Wahrnehmung eigener Wünsche und Interessen, beim Lebensentwurf und bei der Verwirklichung von Lebensperspektiven.

Soziale Kompetenzen, soziales Umfeld
Assistenz im Kontakt zu Eltern, Angehörigen und gesetzlichen Betreuern, bei der Gestaltung von Freundschaften und Partnerschaften/Sexualität, zur sozialen Orientierung und zum Aufbau sozialer Kontakte, Förderung der Kommunikation, Unterstützung zu Verhaltens- und Umgangsformen.

Konfliktbewältigung und Krisenintervention
Assistenz bei der Entwicklung von Techniken und Fähigkeiten beim Umgang mit Konflikten und Krisen. Einsatz von präventiven Maßnahmen und Bewältigungsstrategien. Diese werden gemeinsam mit Klienten und Klientinnen erarbeitet.

Begleitung und Leistungen im Sinne von Übernahme einfacher Verrichtungen sollen von alltagsbegleitenden Hilfskräften übernommen werden und können beispielsweise folgende Bereiche umfassen:

  • Aufräumen und Säubern der Wohnung
  • Einkaufen gehen
  • Lesen/Vorlesen
  • Begleitung bei der Freizeitgestaltung
  • Begleitung bei Hobbys

Leistungselemente im mittelbaren Bereich:
Teilnahme an der Trägerkonferenz im Kreis Bernkastel - Wittlich, Telefonate und administrative Angelegenheiten, Dokumentation- und Formularwesen, Fort- und Weiterbildungen, Teilnahme an Facharbeitskreisen, Fahrt- und Wegezeiten, Koordination der Teilhabepläne, Erstellung eines Abschlussberichtes bei Beendigung der Hilfe, Supervision, Kooperationskontakte mit gesetzlichen Betreuern, Teamgespräche,  unspezifische Fallarbeit und Öffentlichkeitsarbeit zu einem besseren Verständnis von Behinderung im Gemeinwesen, Fallgespräche.

Leistungselemente im indirekten Bereich:
Aufbau, Organisation und Leitung des Dienstes, Verknüpfung und Koordination zu regionalen Versorgungsstrukturen, Öffentlichkeitsarbeit/Vernetzung, Qualitätsentwicklung/Qualitätssicherung, Verwaltungsaufgaben, Zusammenarbeit mit anderen Diensten, Bearbeitung von Anfragen/Aufnahmen.

Kooperation und Vernetzung:
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen am Leben der Klienten und Klientinnen Beteiligten, mit externen Therapeuten und Therapeutinnen (Ergotherapie u. Psychotherapie), Hausärzten und Hausärztinnen, Fachärzten und Fachärztinnen und stationäre psychiatrische Versorgung ist für die Sicherstellung der Lebensqualität von großer Bedeutung. Um den Klienten und Klientinnen eine individuelle und ganzheitliche Betreuung zukommen zu lassen wird bei entsprechendem Bedarf mit anderen sozialen Diensten / Hilfesystemen (Pflegedienste, Wohnstätten, Werkstätten, u.a.) zusammengearbeitet.